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Rüsselsheimer Hochschulgespräche

Ingenieurstudium - Jetzt erst recht!

Beim diesjährigen Rüsselsheimer Hochschulgespräch zur Engineering Night auf dem Campus der Fachhochschule Wiesbaden (FHW) am Standort Rüsselsheim wurde das Für und Wider eines Ingenieurstudiums diskutiert. Frau Prof. Dr.-Ing. Moniko Greif, Dekanin des Fachbereiches Ingenieurwissenschaften an der FHW, und Dipl.-Ing. Rüdiger Schwarz, ehemaliger Abteilungsleiter im Internationalen Technischen Entwicklungszentrum (ITEZ) der Adam Opel GmbH, lieferten dabei sowohl wissenschaftliche Fakten als auch Hintergrundinformationen aus erster Hand.

Die Zahl der Studenten in den Ingenieurfächern steigt seit 1980 kontinuierlich, doch aufgrund der momentanen wirtschaftlichen Situation sind viele Studienanfänger bei ihrer Fächerwahl verunsichert. Greif und Schwarz machten aber deutlich, dass sich die Wahl des Studienfaches keineswegs an Konjunkturzyklen und kurzfristigen Arbeitsmarktsituationen orientieren sollte und es nicht sinnvoll sei, dem so genannten Schweinezyklus hinterherzulaufen. Ansonsten würde in ein paar Jahren ein großer Mangel an Ingenieuren bestehen. Schon heute könne die Zahl der Absolventen den Ersatzbedarf für scheidende Ingenieure nicht decken.

Wie Schwarz betont, sollten Studenten vielmehr ihren jeweiligen Neigungen entsprechend einen Studiengang finden, der ihre Fähigkeiten fördert. Wer zu Hause schon immer gerne gewerkelt und gebastelt hat, im Gymnasium, am besten noch im Hauptfach, gute Noten in Mathematik und mindestens einem anderen naturwissenschaftlichen Fach vorweisen kann, der bringe schon gute Voraussetzungen mit. Natürlich seien auch die so genannten Soft Skills wie Teamfähigkeit und Fremdsprachenkenntnisse wichtig, doch man müsse nicht schon in allem perfekt sein. "Man muss nur die Anlagen dazu mitbringen." Wer sich noch nicht sicher ist, kann auch gerne entsprechende Eignungstests machen, die auch online zu finden sind. Schwarz gibt zu, dass er bei der einen oder anderen Frage selber etwas geknobelt hat, doch wer grundsätzlich bei Logik- und Kombinatorikaufgaben schwächelt, dem sei ein Ingenieurstudium vielleicht weniger zu empfehlen. Man sollte bedenken, dass ein Ingenieurstudium anspruchsvoll ist, genauso wie das spätere Berufsleben, doch dass es unter anderem durch gute Bezahlung belohnt wird.

Am Ende der Diskussionsrunde stand die klare Aussage von Greif, dass der Bedarf an technisch orientierten akademischen Berufen weiter anhalten wird und dass der, "der heute ein Ingenieurstudium beginnt, bei Studienabschluss gute Berufschancen erwarten kann".

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