Wettbewerb Alltagstauglich
Das Haus der Zukunft kommt aus Darmstadt Rhein Main Neckar
Im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2009 hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung den Hochschulwettbewerb „Alltagstauglich“ ins Leben gerufen. Ziel war es, dass mit den eingereichten Arbeiten und Ideen Kindern und Jugendlichen die Wissenschaft näher und der Gesellschaft die Notwendigkeit von Forschung und deren Bedeutung für den Alltag ins Bewusstsein gebracht werden. Seit März stehen nun auch die 15 Gewinner fest. Darunter finden sich einige sehr innovative Ideen aus den unterschiedlichsten Wissenschaftszweigen, wie beispielsweise ein Modell zur Meereswasserentsalzung von der TU München oder das „Haus der Zukunft“, welches vom Solar Decathlon 2009 Team der TU Darmstadt eingereicht wurde.
Gerade das Projekt der südhessischen Jungwissenschaftler des Solar Decathlon Teams ist einer gesonderten Erwähnung wert. Unter der Leitung von Prof. Manfred Hegger hat sich das Team die Aufgabe gestellt, ein energieautarkes Gebäude zu entwerfen, welches unabhängig von einer externen Stromzulieferung auskommen soll. Dieses Projekt ist zugleich der aktuelle deutsche Beitrag für den vom amerikanischen Energieministerium ausgeschriebenen internationalen Wettbewerb „Solar Decathlon“, der im Herbst 2009 auf der National Mall in Washington stattfinden wird und der auch Pate für den Namen des innovativen Teams der TU Darmstadt stand. Dieser Wettbewerb steht unter dem Motto „Wohnen im Jahre 2015“ und stellt den Teilnehmern die Aufgabe, ein energieautarkes Gebäude zu konzipieren. Bereits 2007 nahm der Fachbereich Architektur der TU Darmstadt als einer von nur zwei europäischen Teilnehmern am „Solar Decathlon“ teil. Die Architekturstudenten konnten damals die US-Jury vollends begeistern und kamen als Sieger nach Darmstadt zurück.
Im Rahmen des Wettbewerbs „Alltagstauglich“ sollten nun mit dem Projekt des Energieplus- hauses "Haus der Zukunft" Fachleute wie Öffentlichkeit für das Thema Energieeffizienz bei Wohnräumen sensibilisiert werden, denn noch sind Gebäude in Deutschland für etwa 50 Prozent des Energieverbrauchs verantwortlich. Die Gründe hierfür liegen entweder darin, dass energiesparende Konzepte noch nicht ausgereift oder noch nicht im großen Stil umsetzbar sind. Der Fachbereich Architektur der TU Darmstadt will daher verstärkt die Grundlagen für umweltfreundliches und wirtschaftliches Bauen in die Architekturausbildung einfließen lassen. Mit dem „Haus der Zukunft“ ist ein erster Schritt in diese Richtung getan.
Damit auch die Öffentlichkeit und natürlich Kinder und Jugendliche für dieses Projekt begeistert werden können, wurde das Haus auf der Hannover Messe vorgestellt und es wird am 27. und 28. Juni einen „Tag der offenen Baustelle“ an der TU Darmstadt geben. Hier können Interessierte das Haus einmal aus der Nähe betrachten und dessen verborgene Systeme und Funktionen ergründen. So wird zum einen über das Projekt „Solar Decathlon 2009“ informiert und zum anderen die Themen der Energieerzeugung und -nutzung vermittelt.